Schwangerschaft

Hauptsache ein gesundes Kind...

Die vorgeburtliche Suche nach möglichen Behinderungen oder Beeinträchtigungen ist in der Schwangerenvorsorge selbstverständlich.
Jede schwangere Frau steht damit vor der Frage, ob sie entsprechende Angebote nutzen soll.
Die Sorge, ob alles gut wird, trifft auf eine Palette an Untersuchungen und Tests, die teilweise auch jenseits des medizinisch Notwendigen angeboten werden. Dieser Umgang mit Schwangerschaft hat Folgen. 

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Behinderung und Normierung

Hauptsache normal
Vorgeburtliche Diagnostik funktioniert über die Angst vor Behinderung. Sie spricht verbreitete Vorstellungen an: Menschen mit Behinderung leiden, sind an einen Rollstuhl "gefesselt" und führen ein unglückliches Leben in ewiger Abhängigkeit.

Die Untersuchungen suchen mit hohem Aufwand nach Anzeichen für Behinderung, um die Geburt eines Menschen mit eben dieser Behinderung verhindern zu können. Dabei entstehen Behinderungen in der Regel im Lebensverlauf.
KritikerInnen haben mit vielen falschen Vorstellungen aufgeräumt. Und sie bezeichnen selektive Pränataldiagnostik als eine diskriminierende  und schädliche  gesellschaftliche Praxis. 

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Feminismus und Selbstbestimmung

Es geht auch um Frauen. Sie sind diejenigen, an denen die Techniken entwickelt und angewendet werden, die sie aber auch in Anspruch nehmen.
Noch in den 1980-er Jahren meldeten sich Feministinnen eindeutig zu Wort. Diese Techniken verkörperten demnach patriarchale Herrschaftsverhältnisse: Die Vorherrschaft von ExpertInnen und die Enteignung und Entwertung von Frauen. Selbstbestimmung war der Kampfbegriff, um Fremdbestimmung über Frauenkörper,  Gebährfähigkeit und Begehren abzuwehren.
Dies hat sich grundsätzlich geändert. In aktuellen Debatten werden Angebote als Optionen für Frauen beworben, die sie vom Schicksal ihrer (weiblichen) Natur befreien.

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Selektion und Ethik

Kontrollieren ob "alles in Ordnung" ist – gesucht wird mit Tests und Untersuchungen vor allem nach sogenannten genetischen Besonderheiten. Solchen, die als unerwünscht angesehen werden. Als so problematisch, dass eine aufwändige und auch riskante Suche gerechtfertigt erscheint. Menschen, mit diesen Besonderheiten, Eltern von Kindern mit diesen Besonderheiten müssen damit leben, dass die Gesellschaft ein Leben wie ihres als "vermeidbar" ansieht.

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Gute Geschäfte

Schwangeren Frauen (und ihren PartnerInnen) geht es um Gesundheit, um das Wohl des erwarteten Kindes. Sie treffen mit ihren Vorstellungen und Bedürfnissen auf ein Gesundheitssystem, das zunehmend und immer ausschließlicher den Regeln eines Marktes folgt. Mit der Einführung der sogenannten IGeLeistungen und der Verknappung der im System zur Verfügung stehenden Ressourcen hat sich dies deutlich ausgeprägt.
Gesundheit ist ein wachsender Markt, und auch Forschung und Wissenschaft folgen zunehmend Verwertungsinteressen.

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Aufklärung und Beratung

Das Angebot von Aufklärung und Beratung ist inzwischen ebenso fester Bestandteil der Schwangerenvorsorge wie die Diagnostik selbst. Psychosoziale Beratung zu Pränataldiagnostik ist reguläre Aufgabe der Schwangerenberatungsstellen. Beratung kann unterstützen und begleiten, sie kann Menschen befähigen eine eigene, für sie stimmige Entscheidung in Konfliktsituationen zu finden und Krisen zu bewältigen. Beratung ist aber nicht das Zauberwort zur Lösung der politischen, ethischen und sozialen Probleme, die durch Pränataldiagnostik entstehen.

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Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl - Schwangere werden heute mit einer Vielzahl von möglichen Untersuchungen in der Schwangerschaft konfrontiert. Manche dienen, wie früher, dazu, die Gesundheit von Mutter und Kind möglichst zu erhalten. Das Ziel der modernen Pränatalmedizin ist aber mittlerweile auch, alle erkennbaren Abweichungen so früh wie möglich und so wenig invasiv wie möglich festzustellen, selbst wenn es dafür keine Therapie gibt und die einzige Konsequenz ein Schwangerschafts- 
abbruch wäre. Von der Routinemethode Ultraschall über das Ersttrimester-Screening bis zu den neuen nicht-invasiven Bluttests gibt es eine Reihe von Entscheidungen zu treffen.

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