Die Qual der Wahl

Ursprüngliches Ziel der organisierten Schwangerenbetreuung war die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Durch das Messen des Blutdrucks oder des Bauchumfangs konnten mögliche Gefährdungen für Mutter oder Kind frühzeitig festgestellt und behandelt werden.

Mit der Einführung des Ultraschalls und kurz danach der Fruchtwasseruntersuchung Anfang der 1970-er Jahre war es möglich, direkte Informationen über die körperliche oder genetische Ausstattung des noch im Körper der Frau befindlichen Kindes zu erhalten. Damit wurden auch immer mehr nicht behandelbare Zustände diagnostiziert. Als Konsequenz wurde ein selektiver Schwangerschaftsabbruch möglich, also die Beendigung einer eigentlich erwünschten Schwangerschaft wegen bestimmter unerwünschter Eigenschaften des Embryos oder Fötus. 

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich seitdem verändert und die Methoden der Pränataldiagnostik haben sich verfeinert und finden immer breitere Akzeptanz – die grundsätzlichen ethischen und gesellschaftlichen Probleme werden durch die immer früher angebotenen und immer mehr umfassenden Tests eher komplizierter als leichter.

Informationen zu den Angeboten

Das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik begleitet die Weiterentwicklung der Methoden seit 20 Jahren kritisch. In unserer Broschüre "Bauchentscheidungen, aber mit Köpfchen - Hintergrundinformationen zu vorgeburtlichen Tests" aus dem Jahr 2011 finden Sie ausführliche Beschreibungen und Einschätzungen zu den am häufigsten angebotenen Untersuchungen.

Selbstverständlich unterstützen wir als Netzwerk Untersuchungen, die dem guten Fortgang der Schwangerschaft dienen oder dafür sorgen können, dass ein Kind bei der Geburt optimal versorgt wird.  Andere Tests, insbesondere die neuen nicht-invasiven Bluttests, dienen keinem anderen Ziel, als möglichst früh genetische Abweichungen festzustellen. Wir wenden uns gegen die selektive Zielrichtung dieser Verfahren. 

Links und Materialien